<ZURÜCK  

Haus Seehof

Historische Postkarte Haus Seehof

Haus Seehof Entwurf Seite Haus Seehof Entwurf Seite Haus Seehof Entwurf Haus Seehof Entwurf

Ort Caputh, Gemeine Schwielowsee
Jahr 2014-21
Auftraggeber von Simson Caputh Grundstücks GmbH & Co. KG
Leistungsphasen 1-4, 5 anteilig
Foto Axel Hartmann
Team Elena Armbruster, Reiner Beelitz, Birgit Blancke, Katarzyna Dolecińska, Guglielmo Sandri-Giachino, Andrea Weisser

Auf einem Grundstück am Schwielowsee wurden wir damit beauftragt, die Zukunft der historischen Villa der Familie von Simson mit ihrem weitläufigen Garten zu planen.

Nach unserer aktiven Beteiligung an der Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes für das gesamte Areal ging es anschließend darum, den denkmalgerechten Umbau und die energetische Sanierung der baulich stark in Mitleidenschaft gezogenen Villa zu planen.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg zog es die Berliner Finanzwelt aufs Land: Auto und Eisenbahn machten es nun möglich, ins Grüne zu ziehen und trotzdem jeden Tag in Berlin seinen Geschäften nachzugehen. Einer der ersten war der Berliner Bankdirektor Georg von Simson, der um 1904 das ursprüngliche Landhaus von dem Potsdamer Mauermeisters E. Horn in Caputh kaufte und von eben diesem bis etwa 1920 in eine Villa mit burgenhaftem Charakter umbauen und erweitern ließ.

Nachdem die Villa in der DDR enteignet wurde, möchte die Erbengemeinschaft die Villa nach ihrer Rückübertragung nun im Familienbesitz halten und das markante, lokal bedeutsame Erscheinungsbild wiederherstellen.

Die Grundrisse werden unter Einbeziehung der Bestandsmieterinnen in mehrere Wohneinheiten aufgeteilt. Für das äußere Erscheinungsbild setzen wir auf das gestalterische Konzept des Weiterbauens. Bei genauem Hinsehen werden „Brüche und Unschärfen“ sichtbar, ohne eine allzu direkte architektonisch-didaktische Geste zu bemühen.

Für die Villa würde die Herstellung einer strengen Ordnung bedeuten, bauzeitliche Spuren zu nivellieren. Die Brüche in der Fassadenordnung, mehrere Anbauten und die Überformung des Daches machen jedoch den Charakter der Villa aus und dokumentieren die Spuren der Zeit. Über einheitliche Farbgebung und Materialität werden diese Brüche wiederum zu einem Ganzen geklammert.

Die Materialisierung der Architektur, insbesondere der Fassade (Putze, Fensterrahmen und Faschen, Geländer und Gesimse, Dachdeckung, Attikaausbildung etc.) spielt neben der Form (Fassadenöffnungen, Fensteranzahl und Größe, Risalite und Fügung von Gebäudeteilen) eine wichtige Rolle. Im Zusammenhang von Form und Material ergibt sich die Gesamtkomposition und ein Gesamtbild im Umgang mit dem Denkmal.